Eine Tafel auf der "Aktuelles" geschrieben steht.

Endbericht Kommunale Wärmeplanung

Die Zentralen Ergebnisse

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Die Verbandsgemeinde hat im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse zur zukünftigen Wärmeversorgung durchgeführt. Grundlage bildeten zahlreiche Datenquellen wie Kehrbücher, Statistiken, Fragebögen und Verbrauchsdaten, ergänzt durch eigene Energiebedarfsrechnungen. Die Ergebnisse machen deutlich: Die Wärmewende ist eine zentrale Zukunftsaufgabe mit dringendem Handlungsbedarf.

Aktuell basiert die Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde zu mindestens 68,9 Prozent auf fossilen Energieträgern. Besonders der Wohnsektor trägt maßgeblich zu den Emissionen bei. Im Vergleich dazu lag der bundesweite Durchschnitt des fossilen Anteils im Wärmesektor im Jahr 2024 bei rund 82 Prozent. Gleichzeitig eröffnet der anstehende Austausch vieler Heizungsanlagen in den kommenden Jahren eine wichtige Chance, frühzeitig in klimafreundliche, effiziente Wärmelösungen zu investieren.

Die Potenzialanalyse zeigt, dass insbesondere Agrothermie und Freiflächensolarthermie in der Verbandsgemeinde ein hohes Entwicklungspotenzial besitzen. Insgesamt wurde ein technisches Wärmeerzeugungspotenzial von rund 2.326 GWh pro Jahr über alle betrachteten Technologien hinweg ermittelt. In den nächsten Schritten sollen diese Potenziale hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Umsetzbarkeit sowie möglicher Einschränkungen – etwa durch Flächenverfügbarkeit, Akzeptanz oder Eigentumsverhältnisse – vertieft geprüft werden. Auch der weitere Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen kann einen wichtigen Beitrag zur lokalen Energiewende leisten.

Für das Zielszenario wird angestrebt, die identifizierten Potenziale schrittweise und auf Grundlage konkreter Flächenauswahl umzusetzen. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau von Wärmenetzen, dem Einsatz von Wärmepumpen, Biomasse sowie auf Energieeinsparungen durch energetische Sanierungen. Im Zieljahr 2045 soll die Wärmeversorgung der Verbandsgemeinde überwiegend auf erneuerbaren Energien basieren und durch einen deutlich reduzierten Wärmebedarf geprägt sein. Nach aktuellen Annahmen kann so das Ziel der Treibhausgasneutralität erreicht werden.

Die entwickelte Wärmewendestrategie zeigt auf, mit welchen kommunalen Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden kann. Aus Sicht der Verbandsgemeinde wurden sechs zentrale Fokusgebiete identifiziert, deren Umsetzung innerhalb der kommenden fünf Jahre begonnen werden soll:

  1. Wärmenetzeignungsgebiete in der Stadt Stromberg
    Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen die technischen Voraussetzungen, das Potenzial erneuerbarer Energien sowie das Anschlussinteresse für zwei mögliche Nahwärmenetze geprüft werden.
  2. Zentrale Wärmeversorgung von Gewerbegebieten in Langenlonsheim und Bretzenheim
    Eine Vorstudie soll die Beteiligungsbereitschaft, mögliche Versorgungsszenarien, Kosten-Nutzen-Aspekte sowie potenzielle Standorte für Heizzentralen untersuchen. Der Fokus liegt insbesondere auf der Einbindung von Ankerkunden.
  3. Prüfung der Nutzung von Flusswärme in Bretzenheim
    Eine Vorstudie soll klären, ob die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Flusswärme gegeben sind und ob ausreichende Beteiligungsbereitschaft für einen wirtschaftlichen Wärmepreis besteht.
  4. Mögliche Gebäudenetze in der gesamten Verbandsgemeinde
    Für kleinere Gebäudenetze mit bis zu 16 Gebäuden bzw. 100 Wohneinheiten soll die Wirtschaftlichkeit geprüft, Ankerkunden identifiziert und die Beteiligungsbereitschaft erhoben werden.
  5. Stärkung dezentraler Wärmeversorgungsoptionen
    In Zusammenarbeit mit lokalen Fachakteuren sollen Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden – inklusive Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fördermöglichkeiten, Unterstützung bei Anträgen sowie Informationen zur Gesetzeslage und zu verfügbaren Technologien.
  6. Sanierungsoffensive für Bestandsgebäude
    Thermografie-Aktionen, Praxisworkshops und Themenabende sollen zu energetischen Sanierungen motivieren und zur eigenständigen Umsetzung kleiner Maßnahmen befähigen. Ziel ist es insbesondere, die Sanierungsrate bei Gebäuden aus den 1950er bis 1970er Jahren zu erhöhen.


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Mit der kommunalen Wärmeplanung schafft die Verbandsgemeinde eine wichtige Grundlage für eine zukunftsfähige, klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung und lädt Bürgerinnen, Bürger sowie lokale Akteure zur aktiven Mitgestaltung der Wärmewende ein. Am Mittwoch, den 18.02. findet in der Gemeindehalle in Langenlonsheim eine öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Ergebnisse statt: 




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