Resümee Soonwald-Erlebnistage


Den Wald erleben – egal ob zum Wissen tanken, um neue Kräfte zu sammeln oder einfach, um die Seele baumeln zu lassen. An den diesjährigen Soonwald-Erlebnistagen am Walderlebniszentrum auf der Neupfalz bei Schöneberg vom 24. - 26. September 2021, erwartete die Teilnehmer*innen hierzu wieder eine abwechslungsreiche Themenpalette, die von sechs TourGuides mit insgesamt neun Touren im und um den Soonwald startete. Rund 120 Naturbegeisterte nahmen das kostenfreie Angebot in Anspruch, das einen informativen und kurzweiligen Einblick ins Leben des Forstes gab. Wie schon im vorigen Jahr, zeigte sich die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg und dem Walderlebniszentrum Soonwald von Landesforsten Rheinland-Pfalz erfolgreich und bot eine Bühne für interessante, lehrreiche und auch witzige Begebenheiten.


Ein kleiner Rückblick

„Wo ist denn hier eigentlich der nächste Teich zum Baden?“ Über diese und ähnliche Fragen durfte Anette Clemens schon häufiger schmunzeln. Und auch wenn das „Waldbaden“ als geschützter Begriff oft für Verwirrungen sorgt, gelang es der zertifizierten Kursleiterin, die Teilnehmer*innen an ihren beiden Touren das Können des Waldes näherzubringen. Entschleunigen, Entspannen, Entdecken – eben diese drei Schlagworte beschreiben wunderbar, was das Thema „Waldbaden“ zu bieten hat. Entschleunigen – den Wald bewusst wahrnehmen. Entspannen – die besondere Stille des Waldes genießen. Und entdecken – z. B. den interessant gewachsenen Baum oder die Blindschleiche, die über den Waldboden huscht.

Dietmar Weimer beleuchtete bei seinen Touren „Wasser im Wald“, wo das gute Nass im Soonwald vorhanden ist, aber auch, wo es knapp wird. Dabei erörterte der zertifizierte Waldpädagoge auch gleich die daraus resultierenden Folgen für den Wald, seine Bewohner und uns alle. Die interessierten Naturfreunde zeigten sich begeistert von den informativen Wanderungen, bei denen gleichzeitig beobachtet werden konnte, wie selbiges Gehölz, nämlich die Fichte, unter massivem Borkenkäferbefall steht. Notgefälltes, käferbefallenes Langholz am Wegrand liegend zeigte die Situation sehr deutlich, dass die nicht standorttypische Fichte in Zeiten langer Hitze und Trockenperioden im Soonwald keine Zukunft hat. „Das Ziel dieser Waldführung, zu sensibilisieren und die Botschaft sparsam und nachhaltig mit der Ressource Wasser umzugehen, ist bei allen Teilnehmern und insbesondere bei den Kindern gut angekommen“, fasst Dietmar Weimer seine Erlebnis-Touren zufrieden zusammen.

Dr. Christiane Albert-Gansera, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, kam bei ihren Touren „Spurensuche im Wald“ selbst ins Staunen. Zum einen war die Nachfrage gerade am Sonntag so hoch, dass kurzerhand zwei Gruppen gebildet wurden und der zertifizierte Waldpädagoge Heiko Huber die zweite Gruppe leitete. Besonders die jüngeren Naturfreunde hinterließen bei Dr. Christiane Albert-Gansera einen bleibenden Eindruck: „Die Kinder haben so viel mehr entdeckt als die Erwachsenen. Ihre Augen sind offen für ihre Umwelt, sie sehen auch die kleinen Schönheiten am Wegesrand, an denen Erwachsene achtlos vorübergehen“, resümiert die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin. So haben die Kinder nicht nur Fährten von Wildschweinen und den Dachsbau entdeckt, sondern auch wunderschöne Raupen, Käfer, Frösche und gut versteckte Erdkröten. Zwei Mädchen im Grundschulalter beeindruckten die Tourleiterin besonders, wussten sie doch schon ganz genau, wie wichtig die Bäume sind, da diese den Sauerstoff produzieren, ohne den wir Menschen nicht leben können. Das klare Fazit der zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin: „Wir brauchen Kinder, die so aufgeschlossen und achtsam durch die Natur gehen. Das lässt mich in Zeiten des Klimawandels für die Zukunft hoffen.“

Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Walderlebniszentrums sowie natürlich allen Tour-Guides, die mit ihren großartigen, individuellen und hervorragend vorbereiteten Führungen für jede Menge positives Feedback bei den Teilnehmer*innen gesorgt haben.


Impressionen: